Aushilfsjedi

Weihnachtsmail 2020

Liebe Leser*innenschaft,

zu den Film-Klassikern zu Weihnachten gehört “Stirb langsam”. Bruce Willis in einem Hochhaus fast alleine gegen eine Gruppe Terroristen; und nur er kann alle Menschen dort retten. Ein Motiv, dass sich auch in größer skalierten Szenarien auf dem Bildschirm wiederfindet. Meistens wissen die Menschen noch nicht mal was sie bedroht oder ignorieren es; die Regierungen nehmen etwas absolut nicht ernst oder zerstreiten sich in Details. Am Ende rettet dann ein einzelner Held oder eine Gruppe den Tag – also die ganze Welt vor dem Untergang. Häufig mal kurz acht Milliarden Menschen, ohne dass die was mitbekommen und dankbar sein könnten.

2020 bot uns die Möglichkeit in einem dieser “Actionfilme” eine Nebenrolle zu spielen beziehungsweise unsere eigene Hauptrolle. Natürlich war die Bedrohung nicht so spektakulär wie ein Alien-Invasion oder ein Terrorist, der den ganzen Planeten sprengen will. Aber wir hatten Regierungen, die irrten und sich zerstritten, Menschen, denen die Sorge um die Mitmenschen schlichtweg egal war und mit Covid-19 eine globale Herausforderung, die leider unsere häufig nur schwach vorhandene Nächstenliebe offenbarte.

Abstand halten ist zum Beispiel gar nicht so einfach, wenn man neben der Rücksicht auf andere, auch noch etwas anderes vergessen hat – im Supermarktregal dahinten und da nun doch dringend zurück und durch muss. Selbstverständlich hätten wir die Chance gehabt, in solchen Situationen der geduldige Held zu sein. Haben wir sie genutzt? Auch in anderen Lebenslagen? Hat öfter mal Nächstenliebe gegen Ego gewonnen? Wollen wir überhaupt, dass am Ende alles gut wird für die meisten? Wissen wir überhaupt noch was Nächstenliebe ist oder haben wir das Thema für uns vielleicht schon abgehakt, weil reicht doch, wenn es die anderen machen?

Der Blick zurück offenbart, wir hätten besser gekonnt. Statt zu resignieren und den Kampf als verloren zu betrachten, starten wir nun doch aber einfach unsere eigene Heldenkarriere passend zum Fest der Liebe.
Achten wir wieder auf unsere Mitmenschen. Schenken wir trotz Abstand Aufmerksamkeit. Unterstützen wir Kreative und andere, wenn wir können. Geben wir Ego öfter mal Pause hinter Dankbarkeit und Nächstenliebe. Spenden wir wieder aufrichtige Anteilnahme statt Betroffenheit zur Selbstdarstellung. Stellen wir nicht die Frage, was andere bereits geben und leisten, sondern was wir leisten und geben wollen und können. Seien wir – jeder für sich – der Superheld, der einen Teil der Welt rettet – erst zu Weihnachten und dann darüber hinaus.

Ich wünsche wie in jedem Jahr,
Frohe Weihnachten, Happy Kwanzaa, Happy Chanukka, einen schönen Wookie-Life-Day, ein reiches Wintergeschenkefest, möge die Macht mit euch sein oder wie auch immer Eure Glückseligkeit gelingt.
Der Eure bis die Hölle gefriert,
Aushilfsjedi Nemi
P.S.: Auch dieses Jahr darf dieser Text mit Verweis auf den Autor wieder fleißig geteilt und verbreitet werden.

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