Aushilfsjedi

Immer wieder Sonntags für Montag!

Es hatte schon etwas Skurriles über das Scheitern zu schreiben, auch wenn es das Normalste der Welt ist, mit mehreren Körben an einem Samstag Abend nach Hause zu gehen. Das Wichtige war nur, dass man aus dem Scheitern lernt und die Fehler nicht wiederholt. Der Laden taugt nicht für Kommunikation? Das kann man gut verkaufen. Unterfüttert mit etwas Wochenmaterial und etwas Theorie. Allerdings nur einmal! Darum war es nie verkehrt mit Freunden auszugehen. Nicht weil man so in guter Begleitung war, sondern weil deren Date-Erfolgsgeschichten und die daraus resultierenden Denkmuster sich ebenso vertexten ließen.

Immer wieder Sonntag Nachmittags stand dann „Schreiben, Schreiben, Schreiben“ auf dem Plan. Idealer lief es natürlich, wenn man bereits unter der Woche hier und da flirtete oder Freitags jemanden kennenlernte, das Samstags niederschrieb und Abends mit einem gelungenen Date abrundete, das dann den Text vervollständigte.

„Das Date von letzte Nacht“ war natürlich nur das Etikett für die bezahlte Montagskolumne. Denn die meisten Dinge fanden nicht Sonntag Abend statt, weil der Text dann längst fertig im Blog stand.

Ein  bezahltes Jahr, 50 Blogposts, 25 Podcastfolgen, Handynummern in dreistelliger Zahl, unzählige Abende in Clubs, Bars und sonst wo unterwegs. Und natürlich eine Unmenge an Dates bei denen wohl häufig der Erkenntnisgewinn und das Blog eher im Vordergrund standen als ein echtes Interesse an etwas Festem. Man muss sich gar fragen, wohin so ein Blog sich entwickelt hätte. Gutes Geld für eine gute Zeit, in der man dennoch unterbewusst auf das entscheidende Element verzichtet? Natürlich hätte man auch einfach Geschichten und Erkenntnisse erfinden können, wenn es zum Äußersten gekommen wäre. Aber wie seriös hätte man dann über das Scheitern geschrieben, wo man doch erfolgreich war?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.