Aushilfsjedi

Die Joggerin im Roggen

Karlas Geschichte als Joggerin

Karla ist eine sportliche junge Dame, die als Joggerin im Park regelmäßig ihre Runden dreht. Auf ihrer Sporttasche prangt ein harmloser Button mit der Aufschrift „Refugees welcome“, den sie trägt seit Angela Merkel damals die entscheidenden Worte: „Wir schaffen das!“ gesagt hat. Karla ist blauäugige. Also sie hat tatsächlich blaue Augen. Ihr blonder Pferdeschwanz wippt beim Laufen immer im Takt ihrer langen Schritte.

Eines Tages begegnet Karla bei einer Jogging-Runde einer kleinen Gruppe Syrer. Sie sind zu dritt. In den Wochen zuvor wurde viel über den Sexmob von Köln aus dem Vorjahr in der Zeitung berichtet, über Vergewaltigung und Grapschen.

Die Joggerin läuft alleine auf die Gruppe aus drei Männer zu, für deren Aufenthaltsrecht sie sich mit Ihrem Button so stark ausgesprochen hat. Plötzlich grinsen die drei Männer und einer ergreift die Initiative. Er nickt und sagt freundlich: „Hi!“ Die Joggerin erwidert leicht außer Atem ihrerseits mit freundliche Hallo, während Sie die Männer in eiligem Laufschritt passiert und hinter sich lässt.

Eine Joggerin begegnet einer Gruppe Syrer im Park
Eine Joggerin alleine unterwegs

Fake News

Nein, selbstverständlich ist die dramatische Geschichte absolut erfunden. Auch wenn etwas so sicher passieren kann, habe ich mir erlaubt die Geschichte einer Joggerin, die Im Park auf Syrer trifft, einfach zu konstruieren. Nein, es hätte nicht die Geschichte von Karl dem Jogger sein können, denn der hätte sprachlich das falsche Geschlecht.

Während sich das rechte Gesindel im Netz über den „links-grün-versifften Genderwahn“ in der Sprache mokiert, nutzen Sie ihn für Ihren Alarmismus. Sucht man nämlich im Netz nach „Joggerin“ finden sich vor allem Treffer für Übergriffe. Das liegt aber nicht an der geballten Fülle der Fälle, sondern daran, dass kaum jemand den weiblichen Begriff für Jogger in anderem Kontext nutzt.

Die Masse machts

Man findet in den Suchergebnissen in Zukunft hoffentlich auch diesen Artikel. Die entscheidenden Worte sind vorhanden. Was noch fehlt ist die Relevanz im Netz. Dafür braucht es nun Menschen, die das Ganze hier weiter tragen. Einfach Menschen, die damit interagieren oder schlicht eigene Blogartikel übers Laufen der weiblichen Bevölkerung verfassen. Gerne dürft ihr dabei auf diesen Beitrag hier verlinken.

Sehr gerne können wir daraus auch eine Blogparade machen. Wer in den nächsten Wochen einen Beitrag darüber verfasst, darf gerne Bescheid geben. Ich verlinke hier drunter dann auf euren Beitrag zum Thema „Joggerin“. Egal ob ihr übers Laufen schreibt, euer schönstes Urlaubserlebnis am Venice Beach dokumentiert oder eure Diätideen inklusive Sport schildert. Benutzt den Begriff, verlinkt auf diesen Beitrag und ich verlinke zurück.

Auch wenn man übrigens selbst mit der gendergerechten Sprache etwas hadert, darf man gerne hieran teilnehmen und etwas Gutes dafür vollbringen.

 

 

Ein Kommentar

  1. Tatsache ist, dass man sich als Läuferin immer unwohl fühlt, wenn einem ein oder mehrere Männer begegnen. Immer.
    Unabhängig von Nationalität oder Alter (na gut, Kinder gehen).
    Als Frau wächst man mit „sei vorsichtig, sonst …“ auf und es scheint so, als hätte diese Warnung ihre Berechtigung.
    Es kotzt mich meterweit an. Ich möchte ohne Angst am frühen Morgen dem Sonnenaufgang in den Feldern entgegenlaufen können. Geht leider nicht. Denn nach jeder Wegbiegung muss ich schauen, ob da nicht ein Mann ist, vor dem ich mich in acht nehmen muss.
    Klar, #notallmen und so. Aber wenn Dir jemand ein Glas mit M&Ms anbietet und sagt „ist nur ein vergiftetes dabei, der Rest ist super!“ … greifst Du rein?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.